In der Auseinandersetzung mit Männlichkeiten* schleichen sich oft rassistische Narrative ein. Sexistisches oder queerfeindliches Verhalten wird vorschnell mit Herkunft, Kultur oder Religion erklärt, statt patriarchale Strukturen und soziale Ungleichheiten in den Blick zu nehmen. So entstehen Bilder von „Wir“ und „den Anderen“, während die eigentlichen Ursachen unsichtbar bleiben.
Diese Fortbildung bietet einen geschlechterreflektierten und rassismuskritischen Ansatz für die pädagogische Arbeit mit Jungen*. Im Mittelpunkt stehen die Lebensrealitäten von Jungen* und jungen Männern*, die von Rassismus und Klassismus betroffen sind – ohne sie auf Defizite zu reduzieren. Gemeinsam reflektieren wir gesellschaftliche Bilder von Männlichkeit*, eigene Prägungen und den Umgang mit Sexismus und Queerfeindlichkeit im pädagogischen Alltag.
Außerdem beschäftigen wir uns mit Social Media und der sogenannten „Manosphere“. Gerade Jungen*, die wenig Unterstützung oder Perspektiven erleben, finden dort oft einfache Antworten auf Krisen und Druck. Die Teilnehmenden entwickeln konkrete Strategien, um Jungen* rassismussensibel zu fördern und antisexistisch zu fordern.
Hinweis: *Das (Gender-)Sternchen wird von uns verwendet, um ein Wort geschlechtlich zu öffnen und um zu verdeutlichen, dass Personen jeden Geschlechts, biologisch wie sozial, angesprochen sind. Hinsichtlich Jungen* und Männern* möchten wir die geschlechtliche Vielfalt von Männlichkeiten* benennen und betonen, dass wir eine Haltung der geschlechtlichen Selbstbestimmung vertreten.
