ADHS wird bei Jungen* schneller und häufiger diagnostiziert, vor allem wenn deren Verhalten als herausfordernd, aggressiv oder körperlich hyperaktiv gelesen wird. Der Stempel haftet schnell. Doch vor allem Jugendliche zeigen auch ADHS‑Symptome, die im Alltag nicht direkt als Hinweise auf eine mögliche Neurodivergenz erkannt werden: Ausuferndes Gaming wird als typisch jugendlich gesehen, Desorganisation als üblich chaotisch, Prokrastination als Desinteresse oder Faulheit – und Substanzmissbrauch als Ausprobieren.
Gleichzeitig maskieren neurodivergente Jungen* und junge Männer* die häufigen Begleiterscheinungen wie Depressionen und Überforderung im Alltag, da diese für viele nicht mit dem Bild eines „richtigen Mannes“ zusammenpassen.
Für die Praxis bedeutet das: Die sozialen Herausforderungen bei Jungen* mit ADHS werden adressiert, aber die Fülle an weiteren Barrieren bleibt unsichtbar, während diese Jungen* gleichzeitig stigmatisiert werden. Zusätzlich bleibt ADHS bei Jungen* unsichtbar, wenn sie bestimmte stereotype Erwartungen an jugendliche Männlichkeit eher erfüllen.
In diesem Input schauen wir gemeinsam darauf, welche Symptome bei Jungen* besonders häufig übersehen werden, wie Fachkräfte Verwechslungen zwischen „männlich sozialisiert“ und „neurodivergent“ vermeiden können und welche barrierearmen Zugänge Jungen* wirklich stärken.
Hinweis: *Das (Gender-)Sternchen wird von uns verwendet, um ein Wort geschlechtlich zu öffnen und um zu verdeutlichen, dass Personen jeden Geschlechts, biologisch wie sozial, angesprochen sind. Hinsichtlich Jungen* und Männern* möchten wir die geschlechtliche Vielfalt von Männlichkeiten* benennen und betonen, dass wir eine Haltung der geschlechtlichen Selbstbestimmung vertreten.
Jungen auf TikTok mit rechter Ästhetik demokratische Werte vermitteln – Geht nicht? Geht doch!
Wenn sich Jungen, die sich für Muskelaufbau und teure Autos interessieren, auf TikTok bewegen, werden ihnen Clips der AfD, rechtsradikaler Influencer und der Manosphere eingespielt. Wie die Studie „Soziale Netzwerke, Geschlechterbilder und Werte“ zeigt, übernehmen sie daraus Deutungsmuster und sehen Akteure wie Andrew Tate als Vorbild. Es entsteht ein Backlash von Geschlechterbildern, LGBTQ+-Feindlichkeit und Klimawandelleugnung, eingebunden in anti-demokratische Haltungen. Lässt sich dagegen was tun? Die Studie zeigt: Ja, wenn der richtige Dreh gefunden wird. Wie mit TikTok-Clips die Männlichkeitsbilder erweitert und prodemokratische Werte gefördert werden könnten, stellt Studienleiterin Dr. Maya Götz in dieser Veranstaltung vor.
…ist eine kostenlose Online-Vortragsreihe der LAG Jungen*arbeit NRW. Im bewusst kompakten 90-Minuten-Format präsentieren Expert*innen aktuelle Themen und Studien zur Jungen*arbeit. Die Reihe findet zwei- bis dreimal jährlich in unregelmäßigen Abständen statt.
Hinweis: *Das (Gender-)Sternchen wird von uns verwendet, um ein Wort geschlechtlich zu öffnen und um zu verdeutlichen, dass Personen jeden Geschlechts, biologisch wie sozial, angesprochen sind. Hinsichtlich Jungen* und Männern* möchten wir die geschlechtliche Vielfalt von Männlichkeiten* benennen und betonen, dass wir eine Haltung der geschlechtlichen Selbstbestimmung vertreten.
„Lambda space“ das erste digitale queere Jugendzentrum
Mit dem Angebot möchte das Jugendnetzwerk Lambda e.V. queeren Jugendlichen ohne Angebote vor Ort einen Safer Space im digitalen Raum bieten und gleichzeitig erkunden, wie eine jugendzentrierte und sichere Alternative zu den großen Social-Media-Plattformen aussehen kann. Es ist das erste komplett digitale queere Jugendzentrum.
Nick Hampel führt hinter die Kulissen und durch die verschiedenen Ebenen und Angebote des digitalen Jugendzentrums: von den Funktionen der Plattform über das Moderationskonzept bis hin zu der Finanzierungsstruktur des Angebotes.
Ein halbes Jahr nach Öffnung von lambda space gibt es drüber hinaus erste Erfahrungen dazu, wie das Angebot von jungen Queers genutzt wird.
ist eine kostenlose Online-Vortragsreihe der LAG Jungen*arbeit NRW. Im bewusst kompakten 90-Minuten-Format präsentieren Expert*innen aktuelle Themen und Studien zur Jungen*arbeit. Die Reihe findet zwei- bis dreimal jährlich in unregelmäßigen Abständen statt.
