Grenzen(los) im Netz?!

Grenzen(los) im Netz!? Grundlagen geschlechterreflektierender Medienpädagogik mit Jungen*

Tiktok, Streams, Algorithmen, ChatGPT… Der Mediendschungel ist groß und es gibt keine Aussicht darauf, dass er lichter wird. Vor allem in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind digitale Medien fester Bestandteil geworden. In der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2024“ gaben 71,1% der jungen Menschen an, eine Bildschirmzeit von 2 bis 6 Stunden zu haben; 15,5% sogar mehr als 6 Stunden. 52,8% von ihnen stimmen der Aussage „Ich benutze das Smartphone viel mehr, als es mir lieb ist.“ vollkommen oder teilweise zu.  

Wie in der analogen Welt begegnen wir Geschlecht und seinen Rollenbildern ebenfalls im besagten Mediendschungel. Häufig werden hier traditionelle oder gar reaktionäre Bilder von Geschlecht vermittelt; bspw., wenn sich witzige Videos mit Geschlechter-Klischees besser klicken oder Frauen* in Online-Ego-Shootern von ihren männlichen* Mitspielern ausgegrenzt und beleidigt werden. Gleichzeitig schaffen digitale Medien Räume, in denen sich gegen ein einschränkendes und binäres Verständnis von Geschlecht aufgelehnt und protestiert wird. Vorrangig ist die digitale Welt als fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ein Ort, an dem sie ihre eigene geschlechtliche und sexuelle Identität aushandeln. Sie bewältigen hier also eine zentrale Entwicklungsaufgabe. Ein geschlechterreflektierender Blick auf digitale Medien ist also notwendig, um die spezifische mediale Lebenswelt von Jungen* aufgreifen, sie zu einer offenen und konstruktiven Reflexion anregen und sie somit in der Bewältigung dieser Entwicklungsaufgabe unterstützen zu können. 

In dieser Blended Learning-Fortbildung wird es darum gehen, Jungen* in einem sicheren und selbstbestimmten Umgang mit Medien zu unterstützen. Wie kann geschlechterreflektierende Medienarbeit mit Jungen* aussehen? Wie können Medien auch genutzt werden, um mit Jungen* über aktuell relevante Themen ins Gespräch zu kommen?

Themen und Inhalte:  

  • Kategorie Geschlecht und Männlichkeitstheorien 
  • Grundlagen der Jungenarbeit 
  • spezifische Lebenswelt von Jungen* in Medien  
  • Grundlagen von Medienpädagogik und Medienkompetenzen, Schwerpunkt: Balance zwischen Schutz und Empowerment zur selbstbestimmten Nutzung 
  • geschlechterreflektierende Medienarbeit
  • aktiv mit Medien werden 

 

ABLAUF

Dienstag, 04. Juni 2024 10-13 Uhr
1. Präsenztag
Samira Grotehans
online via Zoom

Selbstlernphase 1

Donnerstag & Freitag, 27. & 28. Juni 2024 je 10-16 Uhr
2. & 3. Präsenztag
Till Dahlmüller, Samira Grotehans
Bürgerzentrum Nippes

Selbstlernphase 2

Dienstag, 10. September 2024
4. Präsenztag
Köln; nähere Informationen folgen

 

Was ist eigentlich Blended Learning?

Eine moderne Definition spricht von der Verzahnung von synchronem und asynchronem Lernen. Das bedeutet, dass ein Ineinandergreifen von Selbstlernphasen (asynchron; die Lernenden arbeiten Materialien selbstständig und in eigenem Tempo durch) und begleitetem Lernen (synchron; alle Teilnehmenden treffen sich in einem Raum) stattfindet. Das Konzept kommt aus dem e-Learning-Bereich. Die Materialien für das asynchrone Lernen sind auf unserer e-Learning-Plattform zu bearbeiten und einige Termine des synchronen Lernens werden online stattfinden.

 

Zielgruppe

Der Kurs richtet sich vorrangig an pädagogische Fachkräfte, die mittlere bis wenig Erfahrung mit Medienpädagogik haben. Die Fortbildung richtet sich an Personen aller Geschlechter, die mit männlichen* Kindern und Jugendlichen im digitalen Kontext arbeiten möchten.

Termin

4.6.2024 – 10-13 Uhr

27./28.6.2024 – jeweils 10-16 Uhr

10.9.2024 - Uhrzeit folgt

Ort

online via Zoom/
Bürgerzentrum Nippes
Altenbergerhof
Mauenheimer Str. 92
50733 Köln

Teilnahmebeitrag

140€

Referent*innen

Till Dahlmüller

arbeitet als Pädagoge in der geschlechterreflektierenden Jungen*arbeit bei Dissens - Pädagogik und Kunst im Kontext gGmbH und gibt Fortbildungen zu Jungen*arbeit bei Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V. (Berlin). Sein besonderes Interesse liegt auf Kultureller Bildung und körper/tanzpädagogischen Ansätzen und auf das navigieren in pädagogischen Spannungsfeldern.

Samira Grotehans

Bildungsreferentin der LAG Jungenarbeit NRW im Projekt "Mediatisierte Lebenswelten von Jungen*"