Frauen in der Jungenarbeit

Eine Basisqualifizierung im Blended Learning Format

Aufbau:

  • Die Qualifizierung beginnt mit einem 2-tägigen Video-Seminar.
  • Es folgt eine sechs-wöchige E-Learning-Phase auf digit! - der Lernplattform der LAG Jungenarbeit NRW mit Möglichkeit zu Video-Sprechstunden. In dieser Selbstlernphase können zeit- und ortsungebuden digitale Lerninhalte bearbeitet werden. Zudem ist ein Austausch mit den anderen Kursteilnehmerinnen* möglich.
  • Die Qualifizierung endet mit einer 2-tägigen Präsenz-Veranstaltung in Dortmund.


Jungen* sind eine wichtige Gruppe in der ­Kinder- und Jugendarbeit, die oft als problematisch, laut oder gefährdet wahrgenommen wird. Das Aufwachsen von Jungen* verläuft oft konfliktreich und nicht ohne Reibung und Verluste. Dazu gibt es Jungen*, die ­selbst eher nicht männlich identifiziert werden möchten. Auch sie stoßen damit auf ­Widerspruch und müssen sich entsprechenden ­Anfragen gegenüber verhalten. Hier besteht für soziale und ­pädagogische Arbeit eine Perspektive, indem Jungen* sich ausprobieren, Grenzen über­treten und auch scheitern – ein Feld, in dem es sich lohnt professionell zu arbeiten: In der Jungen­arbeit können die Jungen* den Mut finden, jenseits ­angebotener ­Verhaltensweisen etwas Neues, ­Ungewöhnliches oder sogar Uncooles auszuprobieren, etwas zu ­spüren, ­etwas von sich und ihrem Inneren zu ­erfahren oder gar zu zeigen. Sie können dabei einen Zugang zu eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Stärken oder Schwächen finden. Zugleich erhalten sie in diesem Rahmen die Chance ihre ­sozialen ­Kompetenzen im Team weiter zu entwickeln. ­Jungenarbeit wurde und wird als ein geschlechts­homogenes Zusammen­treffen von ­Jungen* mit männlichen Fachkräften definiert.

Ziel ist es, Jungen* geschlechtergerecht an­zusprechen und jungen*adäquate pädagogische Zugänge zu entwickeln. Generell geht es darum die Entwicklung­ einer selbstbestimmten und -verantwortlichen ­Persönlichkeit des Jungen* zu fördern. Konkret sollen Kompetenzen der Jungen* gefördert werden, die ihnen Sicherheit geben und ihr Verhaltensspektrum erweitern. Dies schließt auch die Veränderung von Geschlechterverhältnissen in Richtung Gleichheit und Gerechtigkeit ein – und damit ein Thema, das auch viele Jungen* sehr motiviert kreativ zu werden. In Ergänzung zu einer unspezifischen Beschäftigung mit einzelnen Jungen* bzw. Jungen*­gruppen setzt eine geschlechtersensible Jungenarbeit konkrete Anforderungen an die Fachkräfte voraus. Zentral dabei ist eine den Jungen* ­zugewandte Haltung der Fachkräfte. Um Jungenarbeit qualifiziert ausüben zu können, lernen diese den Einfluss von Gender auf Jungen* bzw. ­Zuschreibungen aufgrund des Geschlechtes kennen. Die Fachkräfte sensibilisieren sich für die Verarbeitungsformen, die Jungen* wählen, um dann ihre Ansprache, ihre Ziele und ihre Konzepte in Bezug auf die Jungen* zu reflektieren. Aktuelle ­Diskurse der Genderforschung stellen viele Fragen an das Konzept geschlechterhomogener Arbeit. Unabhängig davon ist es faktisch so, dass viele Frauen in ­sozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern tätig sind und mit ­Jungen* arbeiten. Daher sieht es die LAG Jungenarbeit NRW als ihre Aufgabe, auch Frauen für die Arbeit mit Jungen* zu qualifizieren.

In dieser Blended learning Qualifizierung werden eigene­ ­biographische Zugänge zum Arbeitsfeld "Jungen*"­ erschlossen, grundlegende Sozialisations­beding­ungen von Jungen* betrachtet und gesellschaftliche Anforderungen an ein Jungen*leben heraus­ge­arbeitet. Dazu dient eine Einordnung in Gender­ansätze und die Berücksichtigung eines Blicks auf Mädchen* sowie andere kreuzende Kategorien pädagogischer Arbeit: Von welchen Jungen* reden wir in Bezug auf Alter, Herkunft, soziale Verortung, Bildung, sexuelle Orientierung etc.? Auch die Frage, welche Chancen und Grenzen darin liegen, wenn Frauen mit Jungen* arbeiten, wird berücksichtigt. Praxis-Beispiele aus der Jungenarbeit bzw. die Einbeziehung der pädagogischen Arbeit der Teil­nehmerinnen und die Reflektion dieser Praxis ­runden die Fortbildungstage ab.

Zielgruppe

Die Fortbildung ist für weibliche* Fach- und Lehrkräfte ausgeschrieben.

Termin

  • 2. und 3. März 2021 - Video-Seminar
  • 6-wöchige E-Learning-Phase
  • 27. und 28. April 2021 - Präsenz-Veranstaltung

Ort

online

sowie:
Fritz-Henßler-Haus
Geschwister-Scholl-Str. 33-37
44135 Dortmund

Teilnahmebeitrag

250,00 Euro

Darin enthalten sind an den Präsenzterminen Kalt- und Warmgetränke und ein Mittagsimbiss. Über den Teilnahmebeitrag erhalten Sie vorab eine Rechnung.

Referent*innen

mannigfaltig, Minden-Lübbecke / HeRoes, Duisburg