Prävention sexualisierte Gewalt an Jungen

Prävention sexualisierte Gewalt an Jungen

Der Begriff "sexualisierte Gewalt" steht für unterschiedliche Formen der Machtausübung mit dem Mittel der Sexualität. Dabei wird zwischen Handlungen mit als auch ohne Körperkontakt sowie grenzverletzendem Verhalten unterschieden.

Bei sexuellen Übergriffen handelt es sich um eine Mischform aus mehreren Gewaltformen. Folglich zählen zu sexualisierter Gewalt verbale oder gestische sexualisierte Übergriffe, sexualisierte Berührungen am Körper, Entblößen, versuchte oder erfolgte Penetration und physische Verletzungen und Misshandlungen mit sexuellem Hintergrund.

Fachkräfte gehen davon aus, dass etwa jeder 7. Junge bis zu seinem 18. Lebensjahr sexualisierte Gewalt erleben muss. Dabei sorgen viele Mythen und Männlichkeitsbilder dafür, dass die Erfahrungen oft nicht geteilt werden und Jungen und junge Männer damit alleine stehen.

Die zweitägige Fortbildung behandelt die Fragen, was sexualisierte Gewalt ist, welche Besonderheiten es bei Jungen gibt und wie sich sexueller Missbrauch definiert. Fakten über betroffene Jungen werden behandelt; zudem auch Fakten über Täter und Täterinnen, so wie die Strategien, die Täter*innen anwenden. Auch das Thema übergriffiger Kinder wird benannt. Themen sind auch die Folgen für die Opfer, die Fragen, wie Jungen zu schützen sind und wie Fachkräfte sich verhalten können, wenn sie einen Verdacht haben.

Ein Thema ist auch der Schutz von Institutionen vor sexueller Gewalt – nach einem Monitoring-Bericht des Deutsche Jugendinstituts und des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs von 2019 fehlen oft umfassende Schutzkonzepte in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

2020 hat die Landesregierung NRW die Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verstärkt und die Landesfachstelle „Prävention sexualisierter Gewalt“ eröffnet. Träger der Landesfachstelle ist die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V. in Köln, welche Informationen, Fortbildung und Beratung anbieten wird. Im Seminar werden zudem auch die präventiven Angebote der Fachberatungsstelle mannigfaltig Minden-Lübbecke für Jungen in verschiedenen Altersstufen vorgestellt und erläutert.

Diese Fortbildung richtet sich an Fach- und Lehrkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und das Thema „Prävention gegen sexualisierte Gewalt“ mit dem Fokus auf Jungen in ihrer Einrichtung bearbeiten möchten und ggf. vor der Aufgabe stehen ein Schutzkonzept zu erarbeiten.

Zielgruppe

Die Fortbildung ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termin

10. und 11. Juni 2021
jeweils 10:00 bis 16:00 Uhr

Ort

Fritz-Henßler-Haus
Geschwister-Scholl-Str. 33-37
44135 Dortmund

Teilnahmebeitrag

150,00 Euro

Darin enthalten sind Kalt- und Warmgetränke und ein Mittagsimbiss. Über den Teilnahmebeitrag erhalten Sie vorab eine Rechnung.

Referent*innen

mannigfaltig, Minden-Lübbecke