Vernetzungstreffen

Eine kontinuierliche, gelingende Jungenarbeit braucht zur fachlichen Weiterentwicklung und Aktualisierung Vernetzung und Austausch. Die Fachstelle Jungenarbeit NRW steht landesweit in Kontakt mit über 45 Arbeitskreisen, in denen mehr als 550 Institutionen und Fachkräfte vertreten sind. Sie hat sich daher zur Aufgabe gemacht, weitergehende Vernetzung zu unterstützen und bietet Fachkräften über regelmäßig stattfindende Vernetzungstreffen

  • ein Forum zur inhaltlichen Auseinandersetzungen und zum fachlichen Austausch,
  • Möglichkeiten zum Transfer zwischen Theorie und Praxis von Jungenarbeit,
  • Instrumente zur Qualitätsentwicklung und -sicherung der Kinder- und Jugendhilfe
  • und die Flankierung von inhaltlichen, sozialräumlich- und adressatenorientierten Konzept- und Strukturentwicklungsprozessen.

Sofern Sie Vernetzung zu einem bestimmten Thema wünschen, melden Sie sich bei uns! Wir sind dankbar für jeden Impuls!

Rückblick: Jungenarbeit trifft Traumapädagogik und Flucht

"Meine Arbeit liegt irgendwo im Spannungsfeld zwischen Mutter Theresa und Zorro", sagt Angelika Dittmann vom "Psychosozialen Traumazentrum für Flüchtlinge" in Ahlen. Und spricht damit vielen der anwesenden pädagogischen Fachkräfte beim Vernetzungetreffen der LAG Jungenarbeit NRW "Jungenarbeit trifft Traumapädagogik und Flucht" aus dem Herzen. Die Diplom-Psychologin und Traumatherapeutin leitete zusammen mit Malte Jacobi, Referent der LAG Jungenarbeit NRW e.V. im Projekt "Irgendwie hier! Flucht – Migration – Männlichkeiten", das Treffen im Fritz-Henßler-Haus in Dortmund.
Rund 20 Teilnehmer*innen, u.a. aus den Arbeitsbereichen Jugendzentrum, Berufskolleg, Gymnasium, Gesamtschule, AWO und Stationäre Kinder- und Jugendhilfe, tauschten sich in diesem Rahmen über ihre Arbeit mit jungen Menschen mit Fluchtgeschichten aus. "Das Thema stößt bei den Fachkräften auf ein großes Interesse", sagt Malte Jacobi. "Wir mussten im Vorfeld leider vielen Angemeldeten absagen, da die Veranstaltung sofort ausgebucht war."
Angelika Dittmann erläuterte unter anderem das Zustandekommen von Traumata und mögliche Traumafolgestörungen. Malte Jacobi stellte den Zusammenhang von verletzenden Erfahrungen im Flucht-Kontext zu Männlichkeitsbildern her. Weitere wichtige Themen und Fragen, die beim Vernetzungstreffen aufkamen: Wie erkenne ich, ob ein junger Mensch traumatisiert ist? Was ist ein Trauma eigentlich genau? Und vor allem: Womit haben traumatisierte Geflüchtete zu kämpfen? "Verbündete in der Traumapädagogik sind auf jeden Fall Resilienzfaktoren – eben zu vermitteln: Du bist wertvoll", so Malte Jacobi.

Unsere Stellungnahme aus dem Projekt "Irgendwie hier!" bietet einen guten Einstieg ins Thema: Flucht-Trauma-Männlichkeiten

Das nächste Vernetzungstreffen im Programm "irgendwie anders?!" der LAG Jungenarbeit NRW findet am 6. Juni 2019 im Fritz-Henßler-Haus in Dortmund statt – Thema dann: "Jungenarbeit trifft stationäre Jugendhilfe". (siehe unten)

Jungenarbeit trifft stationäre Jugendhilfe

Jungenarbeit wird als zentraler Qualitätsbaustein der Kinder- und Jugendförderung gefasst und es wundert nicht, dass sich in den Arbeitskreisen zur Jungenarbeit vornehmlich Fachkräfte aus den Handlungsfeldern nach SGB VIII, §§ 11-14 vernetzen.
 
Die landesweiten Vernetzungsstrukturen der LAG / Fachstelle Jungenarbeit NRW, als auch die berufsbegleitenden Qualifizierungen zur Jungenarbeit, zeichnen ein leicht anderes Bild. Hier ist der Anteil der Fachkräfte, die im Kontext (stationärer) Hilfen zur Erziehung tätig sind, vergleichsweise hoch. Festzustellen sind hier zudem eine hohe Bereitschaft zur konzeptionellen Auseinandersetzung und innovative Impulse für die "klassische" Vernetzungsstruktur von Jungenarbeit, nicht nur, aber auch, weil dieses Standortvorteile für Träger mit sich bringt.
 
Geplant ist daher ein Vernetzungstreffen von Fachkräften der Jungenarbeit im Kontext der (stationären) Hilfen zur Erziehung, aus Jungen-/ Jugendwohngruppen, in Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz und am Thema interessierte Kolleg*innen.
 
Den Einstieg ins Vernetzungstreffen bildet ein Impulsvortrag von Gregor Kuhn vom LWL-Jugendhilfezentrum in Marl. Dieser gibt einen konzeptionellen Einblick in Struktur und Konzept einer Jungenwohngruppe des LWL-Jugendhilfezentrums und beschreibt exemplarisch den Ansatz und die Umsetzung von Jungenarbeit im pädagogischen Alltag der Wohngruppe. Der Impuls dient als Grundlage für die Bearbeitung zentraler Aspekte und Fragestellungen, die im weiteren Verlauf des Treffens gemeinsam erschlossen werden. Das Vernetzungstreffen ist so angelegt, dass Raum besteht, die vorgestellten Zugänge, Aspekte und Erfahrungen miteinander zu diskutieren und in der Gruppe weiterzuentwickeln.
 
Mögliche Themen könnten beispielsweise sein:
• (Gemeinsame) Erfahrungen der Jungenarbeit in (stationärer) Kinder- und Jugendhilfe?
• Projekte und / oder alltägliche Beziehungsarbeit?
• Leer- und "Baustelle" Eltern- und Väterarbeit?
• Was voneinander lernen über Partizipation und Beteiligung?
• Kummerkasten, Zwischendrin-Gespräche und andere Möglichkeiten des Beschwerdemanagements?

Zielgruppe

Das Vernetzungstreffen ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termine

6. Juni 2019 in Dortmund
10 bis 16 Uhr

Ort

Fritz-Henßler-Haus
Geschwister-Scholl-Str. 33 - 37
44135 Dortmund

Teilnahmebeitrag

Keine Kosten

Referent

LWL-Jugendhilfezentrum Marl

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