Vernetzungstreffen

Eine kontinuierliche, gelingende Jungenarbeit braucht zur fachlichen Weiterentwicklung und Aktualisierung Vernetzung und Austausch. Die Fachstelle Jungenarbeit NRW steht landesweit in Kontakt mit über 45 Arbeitskreisen, in denen mehr als 550 Institutionen und Fachkräfte vertreten sind. Sie hat sich daher zur Aufgabe gemacht, weitergehende Vernetzung zu unterstützen und bietet Fachkräften über regelmäßig stattfindende Vernetzungstreffen

  • ein Forum zur inhaltlichen Auseinandersetzungen und zum fachlichen Austausch,
  • Möglichkeiten zum Transfer zwischen Theorie und Praxis von Jungenarbeit,
  • Instrumente zur Qualitätsentwicklung und -sicherung der Kinder- und Jugendhilfe
  • und die Flankierung von inhaltlichen, sozialräumlich- und adressatenorientierten Konzept- und Strukturentwicklungsprozessen.

Sofern Sie Vernetzung zu einem bestimmten Thema wünschen, melden Sie sich bei uns! Wir sind dankbar für jeden Impuls!

Jungenarbeit trifft Traumapädagogik und Flucht

In der (sozial-)pädagogischen Arbeit mit jungen Männern* stoßen Fachkräfte immer wieder auf Verhaltensweisen die irritieren und verunsichern. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass diese Jungen* traumatisierende Erfahrungen gemacht haben. Insbesondere bei jungen Menschen mit Fluchtgeschichten bringen diese Erlebnisse oftmals eine Vielzahl an Belastungen mit sich. Lebensrealitäten mit denen es Ankommende zu tun bekommen, tragen ihren Teil zu einer Verstetigung von Traumata bei und erschweren/verhindern eine gesunde Bearbeitung der Verletzungen.
 
Das mögliche Auslösen von Traumata und traumatischen Erfahrungen stellt Fachkräfte immer wieder vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig ist die pauschale Annahme einer posttraumatischen Belastungsstörung nach einer Flucht in der pädagogischen Arbeit nicht hilfreich, vielmehr hemmend und verunsichernd. Es gilt demnach wach für Dynamiken und Signale der jungen Männer* zu sein um angemessen Begleitung und Beziehungsangebote gestalten zu können. Der geschlechtsbezogene Blick der Jungenarbeit erweitert die traumapädagogische Perspektive und ermöglicht eine reflektierte Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen von männlichen Identitätskonstruktionen, dem Erleben von traumatischen Situation und den individuellen Bewältigungsstrategien.
 
Dieses Vernetzungstreffen bietet Fachkräften und anderen Interessierten* die Möglichkeit, sich über Fragen, Herausforderungen und Perspektiven der traumasensiblen Arbeit bzw. der Traumapädagogik hinsichtlich der Themen Flucht und Geschlecht auszutauschen. Vorgesehen ist ein theoretischer sowie praktischer Impuls zum Thema und ein Einblick in das Projekt "Mehr als nur Geschichten im Gepäck" der LAG Jungenarbeit in NRW. Es wird ausgiebigen Raum für Austausch, Reflektion der eigenen Arbeit und das Weiterdenken der Fachlichkeit geben.

Zielgruppe

Das Vernetzungstreffen ist für männliche* und weibliche* Fach- und Lehrkräfte ausgeschrieben.

Termine

8. April 2019 in Dortmund
10 bis 16 Uhr

Ort

Fritz-Henßler-Haus
Geschwister-Scholl-Str. 33 - 37
44135 Dortmund

Teilnahmebeitrag

Keine Kosten

Referent*innen

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Jungenarbeit trifft stationäre Jugendhilfe

Jungenarbeit wird als zentraler Qualitätsbaustein der Kinder- und Jugendförderung gefasst und es wundert nicht, dass sich in den Arbeitskreisen zur Jungenarbeit vornehmlich Fachkräfte aus den Handlungsfeldern nach SGB VIII, §§ 11-14 vernetzen.
 
Die landesweiten Vernetzungsstrukturen der LAG / Fachstelle Jungenarbeit NRW, als auch die berufsbegleitenden Qualifizierungen zur Jungenarbeit, zeichnen ein leicht anderes Bild. Hier ist der Anteil der Fachkräfte, die im Kontext (stationärer) Hilfen zur Erziehung tätig sind, vergleichsweise hoch. Festzustellen sind hier zudem eine hohe Bereitschaft zur konzeptionellen Auseinandersetzung und innovative Impulse für die "klassische" Vernetzungsstruktur von Jungenarbeit, nicht nur, aber auch, weil dieses Standortvorteile für Träger mit sich bringt.
 
Geplant ist daher ein Vernetzungstreffen von Fachkräften der Jungenarbeit im Kontext der (stationären) Hilfen zur Erziehung, aus Jungen-/ Jugendwohngruppen, in Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz und am Thema interessierte Kolleg*innen.
 
Den Einstieg ins Vernetzungstreffen bildet ein Impulsvortrag von Gregor Kuhn vom LWL-Jugendhilfezentrum in Marl. Dieser gibt einen konzeptionellen Einblick in Struktur und Konzept einer Jungenwohngruppe des LWL-Jugendhilfezentrums und beschreibt exemplarisch den Ansatz und die Umsetzung von Jungenarbeit im pädagogischen Alltag der Wohngruppe. Der Impuls dient als Grundlage für die Bearbeitung zentraler Aspekte und Fragestellungen, die im weiteren Verlauf des Treffens gemeinsam erschlossen werden. Das Vernetzungstreffen ist so angelegt, dass Raum besteht, die vorgestellten Zugänge, Aspekte und Erfahrungen miteinander zu diskutieren und in der Gruppe weiterzuentwickeln.
 
Mögliche Themen könnten beispielsweise sein:
• (Gemeinsame) Erfahrungen der Jungenarbeit in (stationärer) Kinder- und Jugendhilfe?
• Projekte und / oder alltägliche Beziehungsarbeit?
• Leer- und "Baustelle" Eltern- und Väterarbeit?
• Was voneinander lernen über Partizipation und Beteiligung?
• Kummerkasten, Zwischendrin-Gespräche und andere Möglichkeiten des Beschwerdemanagements?

Zielgruppe

Das Vernetzungstreffen ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termine

6. Juni 2019 in Dortmund
10 bis 16 Uhr

Ort

Fritz-Henßler-Haus
Geschwister-Scholl-Str. 33 - 37
44135 Dortmund

Teilnahmebeitrag

Keine Kosten

Referent

LWL-Jugendhilfezentrum Marl

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