Qualifizierungen

Jungenarbeit ist als Qualitätsmerkmal in der Kinder- und Jugendhilfe und als Beitrag zur Gleichberechtigung aller Geschlechter anerkannt. Sie gilt als Querschnittsaufgabe und ist im SGB VIII sowie dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW verankert. Eine Umsetzung als Querschnittsaufgabe sowie die strukturelle und konzeptionelle Verankerung in den Einrichtungen, Angeboten und Maßnahmen nach SGB VIII bedarf jedoch, im Sinne von Jungenarbeit, qualifizierter Fachkräfte.

Die LAG Jungenarbeit NRW setzt daher in Kooperation mit den Landesjugendämtern Rheinland und Westfalen berufsbegleitende Qualifizierungsangebote um. Diese ergänzen das umfassende Fortbildungs- und Tagungsangebot der Fachstelle Jungenarbeit NRW um mehrtägige Qualifizierungskurse, die sich zudem über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Die eingesetzten Referent*innen sind erfahren in der Jungenarbeit und haben diese viele Jahre auf kommunaler, Landes- und Bundesebene entwickelt, betrieben und vermittelt.

Traumapädagogik in der Jungenarbeit

Teil 1: Ich glaub, ich bin im falschen Film!

ACHTUNG! NEU!     ONLINE-SEMINAR      NEU! ACHTUNG!
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In der pädagogischen Arbeit mit Jungen* stoßen Fachkräfte immer wieder auf Verhaltensweisen, die irritieren. Verhalten kann ganz plötzlich umschlagen. Pädagog*innen haben dann das Gefühl, sie seien "im falschen Film". Möglicherweise ist das ein Hinweis, dass die Jungen*, mit denen sie dann zu tun haben, in einem falschen, weil alten Film sind. Sie reagieren nicht auf die aktuelle Situation, sondern agieren aus ihrem Erfahrungs- und Belastungsrucksack. Wir sprechen dann von "Trauma" und von "traumatischen Erfahrungen, die angetriggert (ausgelöst) sind".

Ein Trauma ist eine überfordernde, existenzbedrohliche Belastungserfahrung, die im Gehirn wie eine schreibgeschützte Datei isoliert gespeichert ist und sich so immer wieder im Alltag meldet und sich dann nicht wie eine Erinnerung, sondern wie Gegenwart anfühlt. Das macht sich bemerkbar in der Beeinträchtigung der Wahrnehmung, der Orientierung, der Selbststeuerung, der Impuls- und Affektkontrolle sowie in körperlichen Anspannungs- oder Erschlaffungszuständen.

Traumapädagogik hilft, dies besser zu verstehen und auch den betroffenen Jungen* verstehbar zu machen. Sie bietet Möglichkeiten der angemessenen pädagogischen Begleitung und Intervention.

Das Seminar vermittelt Theorie zu Psychotraumatologie, Traumapädagogik und Neurobiologie des Traumas sowie Bindungsentwicklung unter traumatischen Bedingungen. Es gibt Einblick in mögliche traumapädagogische Interventionen und bietet Raum für Fallarbeit aus der eigenen Praxis.

 

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Teil 2: Ich glaub, der legt einen Schalter um!

"Ich glaub, der legt einen Schalter um!": Dieser Satz beschreibt die Erfahrung, dass es Jungen* gibt, die uns verwirren, weil sie uns in der Arbeit so unterschiedlich begegnen, dass wir das Gefühl haben, wir hätten es mit unterschiedlichen Personen zu tun: mal kooperativ und verständig, dann wieder für uns unkalkulierbar aggressiv, ein anderes Mal wieder verzagt und antriebslos.

Menschen, die wiederholt traumatischen Erfahrungen ausgesetzt waren, bilden abgespaltene Muster im Gehirn, die antriggerbar (auslösbar) sind - sogenannte Ich-Zustände. Das geschieht überall dort, wo wiederholt Gewalt, Vernachlässigung oder Demütigungen erfahren werden.

In dieser Fortbildung soll es um die Psychotraumatologie der strukturellen Traumafolgestörungen gehen und um die Frage, wie angemessene Reaktionen und hilfreiche Interventionen aussehen können. Dabei wird die Innere-Teile-Arbeit eine besondere Rolle spielen mit ihrem Bemühen, dass Jungen* ihre eigenen Impulse und ungesteuerten Zustände besser verstehen und steuern lernen.

 

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Anmeldung

Teil 1 (26./27. April 2021):
https://www.lwl-bildung.de/details?seminar=40959

Teil 2 (5./6. Oktober 2021):
https://www.lwl-bildung.de/details?seminar=40982

Zielgruppe

Die Qualifizierung ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

nächste Termine

Teil 1: 26./27. April 2021
Teil 2: 5./6. Oktober 2021

 Ort

Teil 1: Online-Seminar


Teil 2: vorraussichtlich

LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho
Oeynhausener Straße 1
32602 Vlotho

Teilnahmebeitrag

Teil 1 als Online-Seminar: 150,- Euro

 

Teil 2:

150,00 € Teilnahmeentgelt
67,00 € Verpflegung
42,00 € Übernachtung EZ
27,00 € Übernachtung DZ

Referent*innen

LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho / Bielefeld

Handwerkszeug und Haltung sind gefragt

Von der Arbeit mit Jungen zur Jungenarbeit. Ein praxisbegleitendes Qualifizierungsangebot

Dieser Qualifizierungskurs richtet sich an männliche* Fachkräfte, die ihr pädagogisches Handwerkszeug erweitern wollen und einen reflektierten Zugang zum Thema Jungenarbeit suchen. Die Qualifizierung ermöglicht einen Einblick in die individuellen Lebens- und Problemlagen von Jungen*, vermittelt konzeptionelles und methodisches Knowhow für die Berufspraxis und zeigt Strukturen für die kollegiale Beratung mit anderen Jungenarbeitern auf.

Der Qualifizierungskurs beinhaltet drei Module:

Er beginnt mit einem zweiteiligen Qualifizierungsmodul (jeweils drei Seminartage) zu den Grundlagen geschlechterbezogener und Arbeit mit Jungen*. Es folgt ein mehrmonatiges Praxismodul, in dessen Verlauf die Teilnehmenden Gelerntes in ihren Einrichtungen und Praxisfeldern umsetzen und ein auf ihren Arbeitsalltag zugeschnittenes geschlechterbezogenes Projekt/Angebot mit Jungen* entwickeln und durchführen. Dabei geht es auch darum zu klären, wie sich Jugendarbeit in der Einrichtung/dem Angebotsprogramm strukturell und konzeptionell verankern lässt. In der Zeit des Praxismoduls findet das zweite Qualifizierungsseminar statt, sodass Gelegenheit zur fachlichen Reflexion der ersten Praxiserfahrungen besteht. Den Abschluss des Qualifizierungskurses bildet ein zweitägiges Reflexionsmodul.

Ein erfolgreicher Abschluss des Qualifizierungskurses erfordert die Teilnahme an den Fortbildungstagen, die Planung und Durchführung eines geschlechterbezogenen Projektes/Angebots mit Jungen*, die Erstellung eines Berichtes zum Vorhaben und eine Präsentation im Rahmen des Reflexionsmoduls und führt zu einem Qualifizierungsnachweis, ausgestellt vom LVR-Landesjugendamt Rheinland und der LAG Jungenarbeit NRW.

Zielgruppe

Die Qualifizierung ist für männliche* Fach- und Lehrkräfte ausgeschrieben. Vorkenntnisse in der geschlechterbezogenen Arbeit werden nicht vorausgesetzt.

nächste Termine

 

Qualifizierung 2022:

Seminar I vom 23. bis zum 25. März 2022
Seminar II vom 13. bis zum 15. Juni 2022
Seminar III vom 27. bis zum 28. Oktober 2022

 Ort

Sportschule Hennef
Sövener Straße 60
53773 Hennef

Referenten

Bielefeld / Köln

Qualifizierung Jungenarbeit

Haltung und Handwerkszeug: entwickeln, umsetzen, reflektieren

Eine Qualifizierung für Fachkräfte aller Geschlechter
in Kooperation mit dem LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho

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Jetzt im Blended-Learning-Format
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In der Jungenarbeit gilt es die Bedürfnisse und Interessen von Jungen* zu erkennen und diversitätsbezogene Angebote für Jungen* zu entwickeln. Jungen* sollen geschlechtergerecht angesprochen werden, um die Entwicklung ihrer selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Persönlichkeit zu fördern. Jungenarbeit ist ein pädagogisches Beziehungsangebot und nimmt die Lebenswelten von Jungen* ernst. Sie ist Qualitätsmerkmal und Querschnittsaufgabe in der Jugendhilfe.

 

Diese Qualifizierung vermittelt Kenntnisse über den Einfluss von Geschlechterzuschreibungen, über Bedürfnisse, Gefühle und Stärken von Jungen* und über Verarbeitungsformen, die Jungen* wählen. Probleme, die Jungen* haben, und die Probleme, die Jungen* machen werden aufgegriffen und reflektiert. Es geht um Sympathie für eigensinnige Inszenierungen gleichermaßen wie um pädagogische Grenzziehungen.

Fachkräfte lernen eigene Ansprachen, Ziele, Konzepte und pädagogisches Handwerkszeug zu entwickeln. Dabei steht immer die konkrete Alltagspraxis der Teilnehmenden und die Handlungskompetenz in der Arbeit mit Jungen* im Mittelpunkt.

 

Ihr Nutzen:

  • Jungenarbeit begründen (Bedarfe von Jungen* und ihres Umfelds, gesetzliche Grundlagen)
  • Genderbewusste Reflexion der eigenen Haltung und des eigenen Verhaltens: Ich als Mann* / als Frau* in der Jungenarbeit.
  • Jungenarbeit entwickeln (Päd. Ziele, Konzepte) und gestalten (Projekte, Methoden)
  • Begleitung von Jungen* bei herausfordernden Themen, z.B. im Umgang mit Rollenerwartungen, Sexualität, Identität, Bildung und Gewalt
  • Anregung für die Weiterentwicklung der eigenen Organisation

Zielgruppe

Die Qualifizierung ist für Fachkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termine

 Ort

Online und LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho (Oeynhausener Str. 1, 32602 Vlotho)

Teilnahmebeitrag

934,00 (inkl. Verpflegung und Übernachtung im Einzelzimmer bei den Präsenz-Seminaren)

Referenten

LAG Jungenarbeit NRW, Dortmund

"Irgendwie Hier!"

Trägerqualifizierung

im Kontext von Flucht, Migration und Männlichkeiten für Träger der Arbeitsfelder des SGB 8, §11-14

 

Die LAG Jungenarbeit NRW bietet eine jahresbegleitende und umfangreiche Qualifizierung für öffentliche wie freie Träger an, deren Fachkräfte sich in der vielfältigen/komplexen Arbeit mit Jungen* und jungen Männern* mit Flucht- und Migrationserfahrungen befinden. Ziel ist es eine unterstützende und bedarfsorientierte Erweiterung von Fachlichkeit, Haltung und Konzepten nachhaltig zu ermöglichen.  

 

Inhalte der Qualifizierung sind zum Beispiel: "Handwerkszeug und Haltungen geschlechtersensibler Pädagogik mit männlichen* Geflüchteten", "Rassismuskritik und Diskriminierungssensibilität in der Arbeit mit geflüchteten Jungen* & Männern*", "Gewaltphänomene und deren Auswirkungen", "Beschwerdemanagement und Schutzkonzepte".

Das Qualifizierungsangebot strukturiert sich in Module (siehe Flyer rechts unter "download") und ist für eine Teilnehmendenzahl von etwa 15 Fachkräften ausgelegt.

Es wird eine begleitende und nachhaltige Betreuung des Trägers ermöglicht.

Die Anzahl der Trägerqualifizierungen ist in 2021 auf zwei Träger limitiert.

 

Leistungen & Rahmenbedingungen
Im Rahmen dieses Fortbildungsangebotes werden folgende Leistungen und Zuständigkeiten vereinbart:

Zuständigkeit der LAG Jungenarbeit NRW

  • die Planung, Organisation und Durchführung der gesamten Qualifizierungsmaßnahme
  • die Honorar-, Reise- und Unterkunftskosten aller Referent*innen, die im Rahmen der begleitenden Trägerqualifizierung tätig werden (5 Referent*innen an 7 Veranstaltungstagen)
  • die entsprechende Abwicklung der Geschäftsvorgänge
  • alle Absprachen hinsichtlich inhaltlicher und zeittechnischer Fragen (Steuerungsgruppe)

Zuständigkeit des Trägers

  • Organisation und Kostenübernahme aller notwendigen Räumlichkeiten inkl. Technik nach Bedarf (Kommunikation mit LAG Jungenarbeit NRW für ggf. Bereitstellung von Equipment)
  • Organisation und Kostenübernahme für das Catering/die Verpflegung (entsprechend der Gruppe)
  • Bereitstellung einer Person zur Steuerung/Begleitung des Qualifizierungsprozesses (Steuerungsgruppe)

 

Das Referent*innen-Team

Kai Mausbach
Verantwortlicher Referent für die inhaltliche Ausrichtung und Organisation der Qualifizierung sowie Referent im Projekt "Irgendwie hier! Flucht – Migration – Männlichkeiten" der LAG Jungenarbeit NRW. Kommt einst aus der Jugendverbandsarbeit, der Offenen Kinder- Jugendarbeit sowie der Mobilen Jugendarbeit. Zudem hat er die Koordinierung des FSJ-Bereichs und die damit verbundene Bildungsarbeit durchgeführt.        

Olaf Jantz
Diplom Pädagoge; Jungenbildungsreferent und Geschäftsführer bei mannigfaltig e.V. – Institut für Jungen und Männerarbeit Hannover; Schwerpunkte: Transkulturelle Jungen*arbeit, Geschlechterbewusste Pädagogik im Umfeld von Armut, Flucht und Migrationsgeschichten, Intersektionalität in Geschlechterverhältnissen; Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen – LAG JuNi

Susanne Reitemeier-Lohaus
Susanne Lohaus arbeitet in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Bereich gesellschaftspolitische Jugendbildung und ist Projektleitung von HeRoes Duisburg von Jungs e.V.. Bei Jungs e.V. ist sie außerdem projektbezogen und konzeptionell gestaltend wirkend. Darüber hinaus ist sie freiberuflich als Bildungsreferentin für Fachkräfte in der Jungen*arbeit tätig in den Bereichen Flucht-Migration-Männlichkeiten, Frauen in der Jungen*arbeit.

Jonas Lang
Jonas Lang ist Sozialarbeiter und Sozialpädagoge in der Kölner Initiative Coach e. V.  mit Schwerpunkt: Beratung und Einzelfallhilfen für Menschen in Aufenthaltsgestattung und Duldung. In der Bildungs- und Qualifizierungsarbeit arbeitet er zu Intersektionalen Perspektiven auf (Sozial-) Pädagogische Praxis mit Jungen* und jungen Männern* mit Fluchterfahrung. Von 2017 bis 2021 war Jonas Lang Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW.

Eby Tangara
Diplom Kommunikation (Film/Fotografie), freiberuflicher Webdesigner; Zertifikat "Antidiskriminierungsberatung" (advd); Vorstandsmitglied b. MISO Netzwerk Hannover e. V. u. Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e. V. (VEN), Präsident des Afrikanischen Dachverbands Norddeutschland e. V., 1. Vorsitzender v. Hakili-So/Haus der Bildung e. V.; Schwerpunkte: Interkultureller Austausch, Netzwerkarbeit, Beratung und Bildungsprojekte für Migrant*innen und Geflüchtete; externer Experte i. d. AG Stadtleben und Kultur der Landeshauptstadt Hannover.

Michael Meurer
Alter Jungvater, Diplomsportlehrer und Feldenkrais Pädagoge, seit über 30 Jahren Jungen- und Männerarbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Gesundheit, Gewalt, sexualisierte Gewalt, Kommunikation und Kooperation mit Mädchen- und Frauenprojekten, der Begleitung und Beratung von Jungen als Einzelpersonen und Institutionen, die Jungen- und Männerarbeit machen wollen. All dies immer auf der Basis der Eigenreflexion, der Wahrung des inneren, lebendigen Jungen, immer in der Haltung ressourcenorientiert, wertschätzend, verbindlich und klar zu agieren.

Zielgruppe

Die Qualifizierung ist für Fachkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Kosten

Alle Kosten zur Planung und Durchführung der Veranstaltungen, sowie Overheadkosten werden durch die LAG Jungenarbeit NRW e.V. getragen.

Der Träger verpflichtet sich zur Zahlung eines Eigenanteils in Höhe von 1.200,- EUR, welcher einer Höhe von etwa 15 % der Gesamtkosten des Qualifizierungsangebotes entspricht.

Kontakt

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Kai Mausbach:
Tel. 0231/ 5342174 
Schreiben Sie mir!

Link

Weitere Informationen zum Projekt "Irgendwie Hier! Flucht - Migration - Männlichkeiten" finden Sie hier.

Referent*innen

Team

"Irgendwie Hier!"

Grenzenlose Jungs*

Transkulturelle Jungenarbeit als Perspektive, Haltung und Handwerkszeug

Eine Blended-Learning-Fachkräftequalifizierung im Projekt "Irgendwie Hier! Flucht – Migration – Männlichkeiten"

 

Nach Schema „F“ handeln können!? Immer Methoden im Gepäck haben, die funktionieren!? Vor allem in der Arbeit mit Jungen*, die oftmals aus verschiedensten Gründen grenzenlos unterwegs sind...

Die Anfragen an uns als Fachkräfte in der Arbeit mit Jungen* drohen uns zu erdrücken. Wir agieren zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen an unsere Arbeit – den institutionellen Rahmenbedingen, den gesellschaftlichen Forderungen und den Bedürfnissen der Jungen* selbst.

Jedoch sind die Jungen* in erster Linie Heranwachsende mit Bedürfnissen, Träumen und Zielen. Sie wollen innerhalb des eigenen sozialen Umfeldes wahrgenommen werden und wirken, über sich selbst und die eigene Zukunft bestimmen können, Pläne schmieden und sich dabei selbstbestimmt auf den Weg in ein Erwachsensein begeben. All das sind Ausdrücke dieser Träume, Wünsche und Ziele, die auf individueller Ebene mal mehr, mal weniger priorisiert werden. Und dies gilt in der Regel für alle jungen Heranwachsenden, unabhängig, ob mit oder ohne Fluchtgeschichte.

Doch wann ist es wichtig Differenzlinien aufzumachen? Geflüchtet oder nicht. In der dritten, vielleicht schon vierten Generation hier oder doch deutsch-deutsch sozialisiert. Aus dem Duisburger Norden kommend oder doch eher Münchener Grünwald. Und wann ist es wichtig Differenzlinien, von denen es weitaus mehr gibt, einfach mal links liegen zu lassen? Damit müssen Fachkräfte umgehen. Die Arbeit mit Jungen*, die mit und ohne Geschichten im Gepäck unterwegs sind, startet letztlich immer auf der Beziehungsebene. Und diese muss in einer unterstützenden und offenen Pädagogik geschehen, die ohne Zuschreibungen auskommt, aber dennoch die Macht der Zuschreibungen auf dem Schirm hat.

Die Qualifizierungsreihe verhandelt diese Hauptthemenbereiche:

  • Besondere Zielgruppe – Jungen* mit und ohne Flucht und Zuwanderungserfahrungen
  • Einführung in die Transkulturelle Jungenarbeit
  • GenderCrossing / Frauen* & Männer in der Transkulturellen JA
  • Rassismuskritische Jungenarbeit / Intersektionalität
  • Strukturen der Transkulturellen Jungenarbeit
  • Reflexion auf individuell-fachlicher und struktureller Ebene

 

Blended Learning

Die Qualifizierung im Blended-Format soll die teilnehmenden Fachkräfte zum einen auf der individuell-fachlichen Ebene stärken und hier eine tiefergreifende Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den genannten Themen schaffen. Zum anderen soll die Qualifizierung einen nachhaltigen Reflexionsprozess anstoßen, der die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten ins Verhältnis zu den allgewärtigen Strukturen einer Transkulturellen Jungenarbeit setzt. Welche Art von Strukturen das sind, wo sie anzutreffen sind und wie sie sich auswirken, wird dabei umfassend thematisiert und zur Diskussion gestellt.

Das Ziel dabei ist es, neben der individuell-fachlichen Förderung und der strukturellen Auseinandersetzung, die teilnehmenden Fachkräfte in ihrer multiplikatorischen Wirkung zu weiteren Fachkräften und in die eigenen Trägerstrukturen hinein zu befähigen, um somit eine nachhaltige Verankerung der Jungenarbeit im Kontext von Flucht und Migration zu ermöglichen.

Ein weiteres Ziel ist es durch die Struktur des Blended Learning den Lernprozess besser in zeitliche Strukturen einzupassen, die die Jungenarbeiter*innen haben.

 

 

 

Das Referent*innen-Team

Kai Mausbach
Verantwortlicher Referent für die inhaltliche Ausrichtung und Organisation der Qualifizierung sowie Referent im Projekt "Irgendwie hier! Flucht – Migration – Männlichkeiten" der LAG Jungenarbeit NRW. Kommt einst aus der Jugendverbandsarbeit, der Offenen Kinder- Jugendarbeit sowie der Mobilen Jugendarbeit. Zudem hat er die Koordinierung des FSJ-Bereichs und die damit verbundene Bildungsarbeit durchgeführt.        

Olaf Jantz
Diplom Pädagoge; Jungenbildungsreferent und Geschäftsführer bei mannigfaltig e.V. – Institut für Jungen und Männerarbeit Hannover; Schwerpunkte: Transkulturelle Jungen*arbeit, Geschlechterbewusste Pädagogik im Umfeld von Armut, Flucht und Migrationsgeschichten, Intersektionalität in Geschlechterverhältnissen; Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen – LAG JuNi

Susanne Reitemeier-Lohaus
Susanne Lohaus arbeitet in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Bereich gesellschaftspolitische Jugendbildung und ist Projektleitung von HeRoes Duisburg von Jungs e.V.. Bei Jungs e.V. ist sie außerdem projektbezogen und konzeptionell gestaltend wirkend. Darüber hinaus ist sie freiberuflich als Bildungsreferentin für Fachkräfte in der Jungen*arbeit tätig in den Bereichen Flucht-Migration-Männlichkeiten, Frauen in der Jungen*arbeit.

Jonas Lang
Jonas Lang ist Sozialarbeiter und Sozialpädagoge in der Kölner Initiative Coach e. V.  mit Schwerpunkt: Beratung und Einzelfallhilfen für Menschen in Aufenthaltsgestattung und Duldung. In der Bildungs- und Qualifizierungsarbeit arbeitet er zu Intersektionalen Perspektiven auf (Sozial-) Pädagogische Praxis mit Jungen* und jungen Männern* mit Fluchterfahrung. Von 2017 bis 2021 war Jonas Lang Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW.

Michael Meurer
Alter Jungvater, Diplomsportlehrer und Feldenkrais Pädagoge, seit über 30 Jahren Jungen- und Männerarbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Gesundheit, Gewalt, sexualisierte Gewalt, Kommunikation und Kooperation mit Mädchen- und Frauenprojekten, der Begleitung und Beratung von Jungen als Einzelpersonen und Institutionen, die Jungen- und Männerarbeit machen wollen. All dies immer auf der Basis der Eigenreflexion, der Wahrung des inneren, lebendigen Jungen, immer in der Haltung ressourcenorientiert, wertschätzend, verbindlich und klar zu agieren.

Zielgruppe

Die Zielgruppe sind männliche* und weibliche* Fachkräfte der Pädagogik/Sozialen Arbeit aus den Arbeitsfeldern des SGB 8, § 11-14, die sich in der Arbeit mit jungen männlichen* Geflüchteten oder postmigrantischen Jugendlichen befinden oder in diese Arbeit einsteigen möchten.

Kosten

350,- EUR

Darin enthalten sind an den Präsenzterminen Kalt- und Warmgetränke und ein Mittagsimbiss. Über den Teilnahmebeitrag erhalten Sie vorab eine Rechnung.

Kontakt

Kai Mausbach:
Tel. 0231/ 5342174 
Schreiben Sie mir!

Link

Weitere Informationen zum Projekt "Irgendwie Hier! Flucht - Migration - Männlichkeiten" finden Sie hier.

nächste Termine

Block 1 (2-Tage-Präsenzveranstaltung in Dortmund)
29./30. September 2021

Videoseminar 1 (online per Zoom)
13. Oktober 2021 (vormittags)

Videoseminar 2 (online per Zoom)
26. Oktober 2021 (vormittags)

Block 2 (1-Tages-Präsenzveranstaltung in Dortmund)
10. November 2021

Videoseminar 3 (online per Zoom)
24. November 2021 (vormittags)

Videoseminar 4 (online per Zoom)
1. Dezember 2021 (vormittags)

Block 3 (2-Tages-Präsenzveranstaltung in Dortmund)
8./9. Dezember 2021

Zwischen den jeweiligen Präsenzveranstaltungen und Videoseminaren finden immer Selbstlernphasen statt, die über den Zugang zu unserer E-Learning-Plattform für die Teilnehmenden ermöglicht werden.

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