Sonstige Tagungen

Neben "klassischen" Qualifizierungs- und Fortbildungsangeboten hat die Fachstelle Jungenarbeit NRW in den letzten Jahren zunehmend auch Fachforen und Werkstattgespräch als offenes Veranstaltungsformat etabliert. Diese Formate ermöglichen eine noch stärkere Teilnehmendenorientierung und -beteiligung, da die Teilnehmenden im Anschluss an einen Impulsvortrag zu einem vorgegebenen Thema selbst bestimmen, an welchen Fragestellungen und Aspekten des Impulsvortrags weitergearbeitet werden soll.

Ziel dieser Angebotsformate ist es, die Ressourcen, Kompetenzen und Wissensbestände der Teilnehmenden stärker in die inhaltliche Kontur einer Tagung einfließen zu lassen und einen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Digitales Fachforum

"Crimmigration" mit Blick auf geflüchtete junge Männer*

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Unter dem Stichwort "Crimmigration" wird international die Verflechtung von Kriminalitätskontrolle mit Migrationskontrolle kritisch analysiert. Kriminalität wird im gesellschaftlichen und politischen Diskurs als verbunden mit Migration thematisiert, Migration als verbunden mit Kriminalität. Strafrecht und Migrationsrecht verschränken sich immer mehr zum Nachteil von Nicht-Staatsangehörigen. Dies lässt sich exemplarisch anhand von Racial Profiling und Drogenstrafrecht zeigen. Am Beispiel des Diskurses über "die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht" 2015/2016 werden Verbindungen mit der Zuschreibung sexueller Übergriffigkeit an "junge muslimische Männlichkeit" deutlich, die sich auch in Verschärfungen des Rechts manifestieren.

In dieser Veranstaltung geht es um eine fachliche Einordnung des Themas "Crimmigration" in die Rechtslage, mit der es geflüchtete junge Männer* in Deutschland zu tun bekommen. Prof. Dr. Christine Graebsch wird einen Überblick über die Problematik liefern, den Geschlechterbezug verdeutlichen und das Thema in die Praxis der Sozialen Arbeit einordnen. Anschließend möchten wir gemeinsam die Relevanz dieser Perspektive für die pädagogische Praxis der Jungenarbeit diskutieren und gegebenenfalls eine Politisierung von Sozialer Arbeit zur Diskussion stellen.

 

Prof. Dr. Christine Graebsch ist Juristin und Kriminologin. Sie ist seit 2011 Hochschullehrerin für Recht der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Dortmund und Lehrbeauftragte an den Universitäten Bremen und Hamburg. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt bei Gefängnissen. Sie ist außerdem auch in der Praxis in den Bereichen Migrationsrecht und Strafrecht tätig.

 

Ausgewählte Publikationen zum Thema

  • Graebsch, C. (2020): "Krimmigration im deutschen Recht". In: Grafl et al. (Hrsg.), "Sag, wie hast du’s mit der Kriminologie?" – Die Kriminologie im Gespräch mit ihren Nachbardisziplinen, Mönchengladbach: Verlag Godesberg.
  • Graebsch, C. (2020):  "Krimmigration in der Verflechtung von Polizei- und Migrationsrecht. Pre-crime, ban-opticon und Präventivgewahrsam." In: Kriminologisches Journal Jg. 52, H. 2, S. 176-187.
  • Graebsch, C. (2019): "Krimmigration: Die Verwobenheit strafrechtlicher mit migrationsrechtlicher Kontrolle unter besonderer Berücksichtigung des Pre-Crime-Rechts für Gefährder"  In: Kriminologie – Das Online-Journal Jg. 1, Heft 1, S. 75-102.
  • Graebsch, C. (2019): "Rechtsgrundlagen: von bevormundendem Schutz, prekärem Erwachsenwerden und crimmigrant bodies" In: Junge Geflüchtete in der Jugendhilfe. Chancen und Herausforderungen der Integration, hrsg. von Katja Nowacki und Silke Remiorz, Wiesbaden: Springer VS, S. 7-24.

Zielgruppe

Die Fortbildung ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termin

3. Mai 2021
9:30 bis 11:30 Uhr

Der Zoom-Raum wird ab 09:00 Uhr geöffnet sein.

Ort

online

Teilnahmebeitrag

kostenfrei

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