Sonstige Tagungen

Neben "klassischen" Qualifizierungs- und Fortbildungsangeboten hat die Fachstelle Jungenarbeit NRW in den vergangenen Jahren zunehmend auch Fachtage, Fachforen und Werkstattgespräche als offene Veranstaltungsformate etabliert. Diese Formate ermöglichen eine noch stärkere Teilnehmendenorientierung und -beteiligung, da die Teilnehmenden beispielsweise im Anschluss an Impulsvorträge zu bestimmten Themen selbst bestimmen können, welche Fragestellungen und Aspekte sie im weiteren Verlauf noch vertiefen möchten.

Ziel dieser Angebotsformate ist es, die Ressourcen, Kompetenzen und Wissensbestände der Teilnehmenden stärker in die inhaltliche Kontur einer Tagung einfließen zu lassen und einen Austausch auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Online-Fachtag

"Cybergrooming, Sexting, Pornokompetenz" – Themen für die Jungenarbeit!

+++AUSGEBUCHT+++

Nachdem wir uns im vergangenen Jahr mit unserem Online-Barcamp "junge(n)medien: Digitale Medien in der Jungenarbeit" kreativen Potenzialen von geschlechterbezogener Medienpädagogik gewidmet haben, nehmen wir uns in diesem Jahr eines Themas an, das mindestens genauso häufig angefragt wird, aber wesentlich weniger "leicht" daherkommt. 

Denn während digitale Medien für Kinder und Jugendliche wichtige Erfahrungsräume öffnen – auch in Bezug auf ihre Identitätsentwicklung und Sexualität – bedeutet die fortschreitende Mediatisierung von Lebenswelten auch: Sexuell explizites Material ist mit nur wenigen Klicks zugänglich; Kinder oder Jugendliche werden auch ungewollt mit solchem Content konfrontiert; digitale Medien können für die Anbahnung oder das Verüben sexualisierter Gewalt genutzt werden. 

Mit dem Titel des Online-Fachtags – "Cybergrooming, Sexting, Pornokompetenz" – nehmen wir Schlagworte auf, die uns im Kontext "Junge*sein", "Sexualität" und "Digitale Medien" immer wieder begegnen. 

In zwei Hauptvorträgen und mehreren Workshops beleuchten wir einzelne Aspekte dieses Themenfeldes exemplarisch unter Berücksichtigung jungenbezogener Fragen. 

 

 

 

 

Weitergehende Informationen zu den Veranstaltungen:

 

HAUPTVORTRÄGE: 

Prof. Dr. Jürgen Budde (Europa-Universität Flensburg) stellt Ergebnisse des Forschungsprojekts "SaferSexting – Sexuelle Grenzverletzungen mittels digitaler Medien an Schulen" vor; im Rahmen des Projektes wurden unter anderem Schüler*innen zu ihren Erfahrungen befragt und Lernmodule für die Lehrer*innenausbildung entwickelt. 

Prof. Dr. Frederic Vobbe (SRH Hochschule Heidelberg) hat mit "HUMAN" ein Forschungsprojekt geleitet, in dem auf Basis von Fallstudien "Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis zum fachlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz" für pädagogische Fachkräfte empirisch entwickelt wurden. Im aktuell laufenden Anschlussprojekt werden die Handlungsempfehlungen in kooperierenden Fachstellen implementiert. 

 

WORKSHOPS: 

• WORKSHOP 1: Pornografiekompetenz – theoretische und praktische Impulse
Eva Borries

Im Impulsworkshop "Pornografiekompetenz" setzen wir uns mit der Medienpädagogin Eva Borries aus theoretischer und praktischer Sicht mit der Frage auseinander, wie wir Heranwachsende, und im Besonderen Jungen fit machen können für den Umgang mit Pornografie. Wie fördern wir sogenannte „Pornografiekompetenz“ - was verstehen wir darunter? Im Workshop erarbeiten wir uns zunächst eine theoretische Grundlage mithilfe eines Kompetenzmodells, um dann einen fundierteren Blick auf praktische Umsetzungsideen- und impulse zu werfen.  

Die Medienpädagogin und Referentin für Medienkompetenz Eva Borries setzt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema „Aufwachsen in sexualisierten Medienwelten“ auseinander. Sie entwickelt unter anderem Fortbildungen für Fachkräfte, hält Vorträge und berät Familien und Einrichtungen. 

www.evaborries.de

 

• WORKSHOP 2: Rechtliche Aspekte rund um die Themen Cybermobbing, Sexting, Cybergrooming
Gesa Stückmann

Da alle mit den digitalen Medien umgehen, ist rechtliches Grundwissen hier unerlässlich. Insbesondere bei der Versendung von Nacktfotos, heimlichen Videoaufnahme oder auch Nötigung und sexueller Belästigung gibt es viele rechtliche Aspekte zu berücksichtigen, die Rechtsanwältin Gesa Stückmann anhand praktischer Fälle darstellen wird. Daneben werden auch Möglichkeiten der Reaktion als Betroffene*r und der Unterstützung für pädagogische Fachkräfte aufgezeigt. 

https://www.rae-stueckmann.de/mitarbeiter/gesa-stueckmann/

 

• WORKSHOP 3: Sexting und Co – Prävention zwischen Medienpädagogik und sexueller Bildung
PsG NRW

Das Erstellen und Versenden von erotischen Bildern im gegenseitigen Einvernehmen kann Bestandteil von Beziehungen sein – auch unter Jugendlichen. Aber wie können Pädagog*innen passend reagieren, wenn Bilder missbräuchlich versendet werden? Dazu sollten sie sich mit der digitalisierten Lebenswelt von Jugendlichen sowie mit ihrer sexuellen Entwicklung auseinandersetzen. Der Workshop will einen differenzierten Blick auf das Phänomen Sexting ermöglichen und Ansätze für eine sexuelle Bildung in digitalen Medien vorstellen.

Referentinnen: Anja Franke, Silke Knabenschuh, PsG NRW 

https://psg.nrw/

 

• WORKSHOP 4: "Jungsfragen – was wollen Jungs* rund um Sexualität und Körperfragen wissen?"
Benjamin "Ben" Scholz

Benjamin Scholz, besser bekannt als "Ben von jungsfragen" erreicht über seinen YouTube-Kanal hunderttausende Jugendliche. In Live-Workshops ist er regelmäßig auch an Schulen unterwegs. Im Workshop gibt Ben Einblicke in sein Projekt: Wozu überhaupt diese Aufklärungsarbeit auf YouTube? Wie Jungs* am besten niederschwellig ansprechen und natürlich: Was wollen Jungs* heute wirklich wissen? 

https://jungsfragen.de 

 

 

• WORKSHOP 5: "Pornografiekompetenz als Beitrag zu gelingender sexueller und digitaler Bildung"
VMG Steiermark/Burschenarbeit
 

Kinder verbringen einen Teil ihres Lebens in der digitalen Welt, da ist es kein Wunder, dass einige von ihnen pornografische Inhalte sehen. Um das Gesehene für sich einordnen zu können, braucht es auch bei Pornografie gewisse Kompetenzen. Eltern oder Mitarbeiter*innen der Jugendarbeit können Jugendliche ebenfalls auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Sexualität unterstützen. Wenzel Havlovec und Jakob Sauseng von der Fachstelle für Burschenarbeit (Steiermark, Österreich) geben einen inhaltlichen Input zum Thema Pornokompetenz und stellen ihr Projekt und ihre Angebote an Jungen*, Eltern und Fachkräfte vor.

https://www.vmg-steiermark.at/burschenarbeit/pornografie-kompetenz 

 

• WORKSHOP 6: "Darf ich dir ein Bild schicken?" – Workshop zum Konsensprinzip, für ein sensibles Miteinander
Blu Doppe

Konsens ist eine Kommunikationsmethode um Bedürfnisse, Grenzen und Wünsche während Sexualität und Intimität, aber auch darüber hinaus, zu kommunizieren.
In diesem Workshop werden wir uns mit den folgenden Fragen beschäftigen:
Was ist eigentlich Konsens? Wie kann ich Konsens im digitalen Raum herstellen und darüber ins Gespräch kommen? Was sind die positiven und negativen Aspekte an Konsens? Was hat Konsens mit Machtverhältnissen zu tun? 

http://queertopia.blogsport.de/ 

 

 

 

 

Zielgruppe

Die Fortbildung ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termin

4. November 2021
10:00 bis 16:00 Uhr

Der Zoom-Raum wird ab 09:30 Uhr geöffnet sein.

Ort

online

Teilnahmebeitrag

15 Euro

Angebote