Vernetzungstreffen

Eine kontinuierliche, gelingende Jungenarbeit braucht zur fachlichen Weiterentwicklung und Aktualisierung Vernetzung und Austausch. Die Fachstelle Jungenarbeit NRW steht landesweit in Kontakt mit über 45 Arbeitskreisen, in denen mehr als 550 Institutionen und Fachkräfte vertreten sind. Sie hat sich daher zur Aufgabe gemacht, weitergehende Vernetzung zu unterstützen und bietet Fachkräften über regelmäßig stattfindende Vernetzungstreffen

  • ein Forum zur inhaltlichen Auseinandersetzungen und zum fachlichen Austausch,
  • Möglichkeiten zum Transfer zwischen Theorie und Praxis von Jungenarbeit,
  • Instrumente zur Qualitätsentwicklung und -sicherung der Kinder- und Jugendhilfe
  • und die Flankierung von inhaltlichen, sozialräumlich- und adressatenorientierten Konzept- und Strukturentwicklungsprozessen.

Sofern Sie Vernetzung zu einem bestimmten Thema wünschen, melden Sie sich bei uns! Wir sind dankbar für jeden Impuls!

Mit Jungen im Kontakt

Eine Aufgabe, die sich in der Praxis der Jungenarbeit wiederholt zeigt, ist der Kontakt und die Bezugnahme der Jungen* und der jungenarbeiterisch tätigen pädagogischen Fachkraft. Es scheint die Annahme zu gelten, dass Jungenarbeiter* wissen, wie man mit Jungen gut in Kontakt kommen und bleiben kann. Als Postulat ist dies einsichtig und glaubhaft und gleichermaßen bleibt doch unbeantwortet, wie ein gelingendes In-Kontakt-sein zwischen Jungen und Jungenarbeitern* entsteht und was dieses ausmacht.

Ein wichtiges Element ist wohl das Sichtbar- bzw. Spürbar-Machen von authentischer Verbundenheit, die gepaart ist mit einer hohen Emotionalität und Empathie die Seitens des Jungenarbeiters* zur Verfügung gestellt wird. Allerdings: Die Dosis macht"s, denn immer noch haften emotionaler Verbundenheit zwischen Jungen* und Männern* mindestens zwei Risiken an: sie werden als verstörend unmännlich angesehen und abgelehnt und sie beleben unerwünschte und falsche Vorstellungen von Bruderschaft, Kameradschaft und Kumpanei.

Im landläufigen Lamento über das unklare Männerbild "in der Krise" macht Jungenarbeit durch zahlreiche, innovative Jungenprojekte Angebote und zeigt auf, was neben der zerfallenden traditionellen Männlichkeit ("Straff, zielorientiert, dominant") Junge* & Mann* sein heute alles bedeuten kann. Aber welche Alternativen leben Jungenarbeiter*konkret vor? Beteiligen sich Jungenarbeiter* an der "Rebellion gegen das männliche Gefühlsverbot" (Süfke)? Oder ertappen sich Jungenarbeiter* mitunter selbst dabei, wie sie sich im Kontakt mitJungen isolieren, unverbunden und unverbindlich sind? Verfügen Jungenarbeiter* über emotionale Äquivalente für ihre intellektuellen Erfahrungen und Analysen? Und zuletzt auch die Frage, ob sie sich in herausfordernden Situationen nicht auch auf autoritäre Machtstrukturen zurückziehen?

Das Vernetzungstreffen bieten Neueinsteigern*, erfahrenen Praktikern* und Interessierten die Möglichkeit, sich über eben diese Fragen, Aufgaben und Herausforderungen auszutauschen und die eigene Arbeit und Haltung zu reflektieren. Vorgesehen ist ein interaktiver Workshop, der mit vielen praktischen Übungen Raum für Begegnung, Reflexion und Perspektivenwechsel öffnen und einen hilfreichen Impuls für die eigene Jungenarbeit geben soll.

Zielgruppe

Das Vernetzungstreffen ist für männliche* Fach- und Lehrkräfte ausgeschrieben.

Termine

5. März 2018 in Dortmund
10 bis 16 Uhr

Ort

Fritz-Henßler-Haus
Geschwister-Scholl-Str. 33 - 37
44135 Dortmund

Teilnahmebeitrag

Keine Kosten

Referent

Düsseldorf

Jungenarbeit trifft Kinder- und Jugendschutz

Das Thema "Jungen schützen" ist historisch mit einer der zentralen Ausgangspunkte von Jungenarbeit - letztlich auch verbunden mit dem Buch-Klassiker "Kleine Helden in Not" von Dieter Schnack und Rainer Neutzling, die dezidiert herausgearbeitet haben, dass Jungen und an welchen Stellen diese Unterstützung und Schutz benötigen.

In der pädagogischen und sozialarbeiterischen Praxis ist die Einnahme einer solchen Perspektive auf Jungen noch immer nicht ganz selbstverständlich. Gleichermaßen hat sich allerdings auch der fachliche Diskurs in den letzten Jahren deutlich ausdifferenziert. Fachliche Auseinandersetzungen im Kontext der Themen "Jungen als (vermeintliche) Bildungsverlierer", "Sexualisierte Gewalt an Jungen", "Jungen und Medien-/Suchtmittelgebrauch" und zuletzt um "Jungen und extremistische Orientierungen" haben mit dazu beigetragen Themen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes stärker in den Fokus von Jungenarbeit zu rücken und inhaltlich zu qualifizieren.

Das Vernetzungstreffen hat zum Ziel die Querschnittsaufgaben Jungenarbeit und erzieherischer Kinder- und Jugendschutz synergetisch zusammenzuführen. Beide Aufgaben verbindet die Erfahrung, dass sie oftmals erst nach dem Auftreten von Problemen, im Sinne einer Krisenintervention, nutzbar gemacht werden. Vielmehr geht es allerdings darum, präventiv, strategisch und steuernd handlungsfähig zu sein. Das Treffen möchte zu diesem Zweck die hier tätigen Akteure mit ihren verschiedenen Perspektiven, Ansätzen und Erfahrungen unterstützen, das eigene Selbstverständnis vor dem Hintergrund beider Handlungsfelder zu diskutieren, weiterzuentwickeln und zu schärfen.

Grundlage hierfür bilden Vorträge zum Thema "Jungenarbeit trifft Kinder- und Jugendschutz" von Carlos Tomé und Marina Brüntrup. Diese beschreiben die Jungenperspektive der Angebote des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes des Kreis- bzw. Stadtjugendamtes Paderborn. Im weiteren Verlauf des Treffens ist Raum, die im Vortrag vorgestellten Zugänge und Aspekt miteinander zu diskutieren und in der Gruppe weiterzuentwickeln.

Zielgruppe

Das Vernetzungstreffen ist für Fach- und Lehrkräfte aller Geschlechter ausgeschrieben.

Termin

8. November 2018
10:00 bis 16:00 Uhr

Ort

Kulturwerkstatt Paderborn
Bahnhofstr. 64
33102 Paderborn

Teilnahmebeitrag

Keine Kosten

Referenten

Paderborn

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